§ 219a – ein Relikt aus dem Jahre 1933
Betroffenen Frauen Informationen nicht vorenthalten
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§ 219a – ein Relikt aus dem Jahre 1933

Betroffenen Frauen Informationen nicht vorenthalten

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Es ist an der Zeit, eine ideologische Bevormundung zu beenden!

„(…) Paragraf 219a (…). Weil die Nazis die Geburten deutscher, „arischer“ Kinder forcieren wollten, kam das „Werbeverbot“ für den Schwangerschaftsabbruch im Mai 1933 ins Strafgesetzbuch, nur wenige Monate nach ihrem Machtantritt. „Insofern unterlag der Gesetzgeber dem Standpunkt, dass bei Schwangeren oftmals erst … der Entschluss zur Abtreibung geweckt oder doch zumindest erheblich gefördert würde“, schreibt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einem Papier mit dem Titel „Entstehungsgeschichte des § 219a“ vom Dezember 2017.“
[aus: die Tageszeitung, 04.05.2018, S.13]

§ 219a im Strafgesetzbuch verbietet auch heute noch das „Anbieten, Ankündigen oder Anpreisen“ von Schwangerschaftsabbrüchen aus finanziellem Vorteil heraus oder wenn dies in „grob anstößiger Weise“ geschieht.

Dies führt dazu, dass Ärztinnen und Ärzte derzeit nicht einmal auf ihren Internetseiten angeben dürfen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen, da sie für deren Durchführung ein Honorar beziehen und ihnen somit per Definition ein kommerzielles Interesse unterstellt wird.

Ich teile die Meinung von Prof. Dr. Reinhard Merkel an, der als Sachverständiger in der Anhörung des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages im Juni 2018 die Auffassung vertrat, dass es schlicht verfassungswidrig sei, Ärzten dafür Strafe anzudrohen.

Unmittelbar nach der einschlägigen Verurteilung der Gießener Ärztin Kristina Hänel standen im Frühjahr 2018 die Chancen gut, den § 219a abzuschaffen bzw. abzuändern. Grüne, Linke, FDP und SPD brachten entsprechende Gesetzesentwürfe ein.

Um in der gerade erst geschlossenen erneuten Großen Koalition dem in der Unionsfraktion unter Druck geratenen damaligen Vorsitzenden Volker Kauder einen Gefallen zu tun, zog jedoch die SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles den eigenen Entwurf wieder zurück.

Dies war verbunden mit der Zusage der Union, dass man eine sinnvolle Lösung finden werde.

Leider ist seitdem nicht viel mehr zu hören, als dass man „in guten Gesprächen“ sei.

Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass diese „guten Gespräche“ auch in eine gute Lösung münden werden! Anlass dazu gab mir nach mehreren Monaten „guter Gespräche“ eine aktuelle Äußerung der rechtspolitischen Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Elisabeth Winkelmeier-Becker: „Der Paragraf 219a StGB gehört für uns unverzichtbar zum Schutzkonzept, mit dem die Grundrechte des Ungeborenen gewahrt werden. Eine Streichung oder Änderung des Paragrafen lehnen wir deshalb ab.“

Deutlicher kann man seinen Unwillen für eine sinnvolle Abänderung des § 219a nicht zum Ausdruck bringen!

Meiner Meinung nach verachtet § 219a StGB in einer nicht hinnehmbaren Weise die betroffenen Frauen, indem er ihnen letztlich unterstellt, sie würden sich aufgrund einer Website für oder gegen einen Abbruch entscheiden.

Frauen, die vor einer schwierigen Gewissensentscheidung stehen, müssen ohne Umstände die notwendigen Informationen und Auskünfte über Ärzte und Kliniken erhalten und Ärzte dürfen nicht kriminalisiert werden, wenn sie über ihre Tätigkeiten informieren.

Ich habe mich daher entschlossen, auf meiner Homepage entsprechende Informationen über Kliniken in Bayern zu veröffentlichen, die Leistungen
gem. § 218a StGB anbieten.

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