Vielfalt gegen Cancel Culture

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München ist eine Stadt der Vielfalt und soll es bleiben. Vielfalt statt Einfalt.
Vielfalt der Glaubensrichtungen, der politischen Meinungen, der Lebensentwürfe und Lebensstile, der sexuellen Einstellungen, der Hautfarben und der Herkunft.

München – wie ich es verstehe und liebe – ist eine multikulturelle Stadt. Charlotte Knobloch, die Vorsitzende der Münchner IKG, hatte recht, als sie sagte, München sei nur zwölf Jahre lang eine monokulturelle Stadt gewesen, in der schlimmsten Zeit der Stadtgeschichte.

Heute sind die Glaubensgemeinschaften von den christlichen Konfessionen bis zu den Juden und Muslimen und anderen Religionsgemeinschaften und vor allem den nicht religiös gebundenen Menschen mit ihrer Toleranz und Bereitschaft zum Dialog ein Garant der Religionsfreiheit und des Stadtfriedens.

Genauso muss auch der Umgang sein zwischen allen demokratischen Kräften des politischen Spektrums, die den Rechtsstaat respektieren und die Menschenwürde achten. In den letzten Jahrzehnten ist München auch zu einer Stadt der Toleranz sexuellen Minderheiten gegenüber geworden. Und niemand darf wegen seiner Hautfarbe oder Herkunft eine Diskriminierung oder Ausgrenzung erleiden.

Das alles meint die Regenbogenfahne, die seit den Bauernkriegen (!) für Frieden, Toleranz und Akzeptanz steht, in den letzten Jahrzehnten besonders als Fahne der Friedensbewegung und sexueller Minderheiten.

Die seit etwa fünf Jahren praktizierte und so genannte „Cancel Culture“ steht meiner Meinung nach in einem Gegensatz dazu. Sie gibt sich zwar als Schutzpatron kleiner und schutzbedürftiger Minderheiten aus, kennt aber selber keinen Respekt Andersdenkenden gegenüber, sondern nur deren Anprangerung, strebt nicht den Dialog an, sondern die Ausgrenzung missliebiger Meinungen, will im Namen winzigster Gruppen der überwältigenden Mehrheit vorschreiben, wie sie ihre Sprache zu ändern hat, stellt mit den abwegigsten Begründungen Menschen in die rechte Ecke, weil sie dort angeblich überhaupt keine Grundrechte mehr haben können, will sogar Schauspielern verbieten, auf der Bühne Rollen zu spielen, die sie „im wirklichen Leben“ nicht verkörpern…

Ich möchte mit meinem Plakat deutlich machen: Wer so alle „abkanzeln“ will und zum Schweigen bringen möchte, die nicht seine Meinung teilen und seine Regeln befolgen, steht nicht für die Vielfalt der Regenbogenfarben, sondern im Gegensatz zu der Toleranz und Akzeptanz, die seit Jahrhunderten mit diesen Farben ausgedrückt werden.


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